{"id":14,"date":"2015-06-15T22:32:48","date_gmt":"2015-06-15T22:32:48","guid":{"rendered":"http:\/\/petras-blog.eu\/?p=14"},"modified":"2015-08-03T08:03:01","modified_gmt":"2015-08-03T08:03:01","slug":"gender-ein-beitrag-zur-versachlichung-und-positionierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/petras-blog.eu\/?p=14","title":{"rendered":"Gender \u2013 ein Beitrag zur Versachlichung und Positionierung"},"content":{"rendered":"<p>Nachdem auf den letzten Parteitagen verschiedene Antr\u00e4ge zum Thema Gender eingereicht worden sind hat sich die Frauen-Union Stuttgart entschieden, das Gespr\u00e4ch mit dem EAK zu suchen. Dieses fand Anfang M\u00e4rz mit Vertretern der Stuttgarter EAK und FU in der Kreisgesch\u00e4ftsstelle statt und hat f\u00fcr beide Seiten Verst\u00e4ndnis, \u00dcbereinstimmungen aber vor allem auch verschiedene Wahrnehmungen und Interpretationen aufgezeigt. Insgesamt war es ein sachliches und von positiver Atmosph\u00e4re gepr\u00e4gtes Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p>Dem EAK ist es ein Anliegen, das christliche Bild von Mann und Frau sowie der Familie zu st\u00e4rken. Dem stehen jedoch Bestrebungen der \u201eGender-Ideologie\u201c entgegen, nach der die Geschlechter angeglichen oder sogar frei w\u00e4hlbar sein sollen, bzw. das Geschlecht in dem Sinn keine Rolle mehr spielen soll.<\/p>\n<p>Aus Sicht der Frauen Union ist es wichtig, diese \u201eGender-Ideologie\u201c vom eigentlichen Gender Mainstreaming zu unterscheiden. Gender Mainstreaming, ein Begriff, den die Europ\u00e4ische Kommission gepr\u00e4gt hat, bedeutet demgegen\u00fcber, dass die Unterschiedlichkeit der beiden Geschlechter Mann und Frau, anerkannt und in politische und gesellschaftliche Entscheidungsprozesse Eingang finden soll. Gerade weil Frauen und M\u00e4nner unterschiedlich sind, sollen sie gleicherma\u00dfen auf allen Entscheidungsebenen geh\u00f6rt werden. Das besagen die g\u00e4ngigen und offiziellen Definitionen, die sowohl auf EU als auch auf Bundesebene zur Anwendung kommen. \u00dcbertragen ins Deutsche kann in diesem Sinne von \u201eGeschlechtergerechtigkeit\u201c gesprochen werden. Der Begriff \u201eGender\u201c ist ein englisches Wort f\u00fcr das \u201esoziale Geschlecht\u201c. Dessen Auslegungen sind zu differenzieren.<\/p>\n<p>Denn leider gibt es \u2013 wie in vielen anderen Bereichen der Gesellschaft \u2013 auch hier extreme Positionen, die daraus ihre eigenen Ideologien entwickeln. Von diesen gilt es, sich abzugrenzen \u2013 gleichzeitig aber die positiven Aspekte des Gender Mainstreaming nicht \u00fcber Bord zu werfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was FU und EAK gleicherma\u00dfen ablehnen:<\/strong><\/p>\n<p>Der Themenkomplex Gender Mainstreaming sollte nicht ideologisch dazu benutzt werden, sexuelle Orientierungen oder gar das Bild von Mann und Frau aufzul\u00f6sen. Es sollte auch nicht als Argumentation gegen das Bild der Familie oder gegen die famili\u00e4re Betreuung von Kindern durch ihre Eltern benutzt werden.<\/p>\n<p>Wir lehnen die Behauptung ab, dass das Geschlecht und die Identit\u00e4t von Mann und Frau lediglich anerzogen sei und der Mensch sein soziales Geschlecht frei w\u00e4hlen kann bzw. soll. Wir wenden uns auch gegen Fr\u00fchsexualisierung von Kindern und die prinzipielle Infragestellung der Ehe von Mann und Frau.<\/p>\n<p>Entsprechend dem Selbstverst\u00e4ndnis der CDU wenden wir uns gegen diese Positionen.<\/p>\n<p><strong>Was wir bef\u00fcrworten:<\/strong><\/p>\n<p>Wir sehen in Geschlechtergerechtigkeit ein wichtiges Anliegen, im dem Sinne, M\u00e4nnern und Frauen die gleichen Chancen in der beruflichen Entwicklung und gesellschaftlichen Teilhabe zu geben unter Ber\u00fccksichtigung der Verschiedenartigkeit von Mann und Frau.<\/p>\n<p>Die Unterschiedlichkeit von Mann und Frau sollte bei Entscheidungen auf allen Ebenen ber\u00fccksichtigt werden. Dabei sind aus Sicht der FU viele Aspekte der Genderforschung wichtig und notwendig, nicht nur in der Medizin. Um die heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen &#8211; ob es Klima und Energiewende oder die \u00e4lter werdende Gesellschaft ist \u2013 zu l\u00f6sen, braucht es die Einbindung aller gesellschaftlichen Gruppen, insbesondere eine Teilhabe von M\u00e4nnern und Frauen. Dabei geht es um unterschiedliche Bed\u00fcrfnisse, aber auch Herangehensweisen.<\/p>\n<p>Aus Sicht der FU ist Gender Mainstreaming weder ein Kampf der Geschlechter noch eine Initiative, das angeborene Geschlecht zu negieren oder Geschlechterunterschiede aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>So verstanden hat der EAK keine Bedenken, sieht jedoch die begr\u00fcndete Gefahr, dass unter dem Begriff von Gender Mainstreaming die Aspekte der \u201eGender-Ideologie\u201c an Lehrst\u00fchlen und in Genderkompetenzzentren bef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p>Der EAK tritt f\u00fcr Gleichberechtigung ein, f\u00fcr gleiche Chancen f\u00fcr Frauen und M\u00e4nner. Der EAK lehnt jedoch eine verordnete Gleichstellung von Mann und Frau in allen Bereichen ab, da dies das verfassungsm\u00e4\u00dfig garantierte Selbstbestimmungsrecht des Menschen einschr\u00e4nkt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was uns wichtig ist<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem Aspekt der Geschlechtergerechtigkeit ist insbesondere der Aspekt der Familiengerechtigkeit wichtig. M\u00e4nner und Frauen mit Kindern d\u00fcrfen nicht benachteiligt werden und sollen eine echte Wahlfreiheit bei der Betreuung ihrer Kinder haben.<\/p>\n<p>FU und EAK sind sich einig, dass die Erziehung von Kindern in der Familie und die Pflege von Angeh\u00f6rigen\u00a0 ihren eigenen Wert haben und besser wertgesch\u00e4tzt werden m\u00fcssen. Menschen sind nicht erst durch ihre Arbeitsleistung vollwertige Mitglieder der Gesellschaft. Der\u00a0 EAK wendet sich dagegen wenn dies durch staatlich gef\u00f6rderte Ma\u00dfnahmen oder einseitige Anreize insbesondere Frauen gegen\u00fcber suggeriert wird. Die FU sieht hingegen Handlungsbedarf im Ausbau der Infrastruktur an Betreuungsangeboten und der Chancen von Frauen auf Erwerbst\u00e4tigkeit neben der h\u00e4uslichen Betreuung von Kindern und \u00c4lteren.<\/p>\n<p>Insgesamt half der Austausch eine gemeinsame und differenzierte Sicht auf das Gender Mainstreaming zu finden und uns gemeinsam so gegen extreme Ausw\u00fcchse abzugrenzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem auf den letzten Parteitagen verschiedene Antr\u00e4ge zum Thema Gender eingereicht worden sind hat sich die Frauen-Union Stuttgart entschieden, das Gespr\u00e4ch mit dem EAK zu suchen. 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